Freuen Sie sich auch auf Ostern und Pfingsten, die beiden großen Feste, die diese schöne Jahreszeit prägen? Wir verbinden damit Frühling, Ferien, Osterhasen oder Kinder, die im Garten Ostereier suchen, vielleicht auch eine Reise oder zumindest einen schönen Ausflug über ein verlängertes Wochenende. Schon das sind wirklich gute Gründe, sich auf die kommenden Wochen zu freuen.
Aber es gibt sogar noch bessere. Denn wenn wir Ostern feiern, erinnern wir uns an ein Ereignis, das alles übertrifft, was es sonst an guten Gründen zum Feiern gibt: Jesus Christus, am Kreuz gestorben und begraben, ist auferstanden von den Toten. Der Tod, der ultimative Feind allen Lebens, der uns alle angeht und vor dem wir wirklich alle gleich sind, ist überwunden. Damit ist nicht nur das Sterben als solches gemeint, sondern auch die unzähligen Kräfte, die unser Leben bedrohen, krank machen, nicht zur Entfaltung kommen lassen, herunterziehen und einengen: dieser Keim des Sterbens, der in beinahe allem sichtbar wird, was wir erleben und gestalten.
Wir erfahren es an unseren Bauwerken, bei der Arbeit, in unseren Beziehungen oder an unserem eigenen Körper und Geist. Alles scheint der Vergänglichkeit unterworfen. Während wir dieser Grunderfahrung des Lebens in der Natur oder Kultur noch etwas abgewinnen können als dem Wandel von Werden, Vergehen und Neuwerden, wird es bei uns selbst oder bei geliebten Menschen zumindest schwer erträglich. Es sei denn, der Tod hätte nicht das letzte Wort über uns und alles, was ist. Es sei denn, das Leben wäre die letzte Wahrheit über unser Sein. Genau das heißt Ostern feiern.
Vielleicht sagen Sie nun, dass das alles doch recht theoretisch klingt. Schließlich wird auch weiterhin gestorben, zerstört und gelitten. Ein berechtigter Einwand. Die Anhänger Jesu waren damals nach seinem Tod am Boden zerstört. Selbst die Nachricht von seiner Auferstehung hatte zunächst noch keine wirklich nachhaltige Wirkung auf sie. Erst fünfzig Tage später, Pfingsten, erlebten sie eine tiefgreifende Veränderung. Der Heilige Geist Gottes kam auf sie. Das veränderte ihr Leben und seitdem das Leben unzähliger Christen.
Wo der Geist Gottes in unser Leben kommt, da wird das, was eben noch abgehobene und schwer zu glaubende Theorie war, lebendig. Es berührt uns, leuchtet uns ein, bekommt Sinn und entfaltet seine Kraft. Aus den wenigen verschreckten und orientierungslosen Anhängern Jesu wurden mutige Menschen, die sich aufmachten und mit ihrer kleinen Kraft die Welt veränderten. Sie trotzten Verspottung, Verfolgung, sogar dem Tod, und die gute Botschaft: „Der Herr ist auferstanden” wurde zum Wichtigsten, was sie zu sagen hatten. Auch heute können Menschen, die der Geist Gottes berührt, den Kräften der Zerstörung und des Todes entgegentreten, tief geprägt von der Gewissheit, dass am Ende, am Ziel, nicht der Tod steht, sondern das Leben.
Wenn Sie Pfingsten einen Ausflug geplant haben, wünsche ich Ihnen, dass er ganz wunderbar wird. Sonst kommen Sie doch einmal in einen Gottesdienst. Vielleicht werden Sie angesteckt von der einzigartigen Kraft des Lebens.
Pastor Pastor Peer Lichtenberg









