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Wir verkaufen keine Früchte (Barbara Hanzig)

Wir verkaufen keine Früchte

Konfirmationskreuz zum UmhängenEr betrat den Laden. Hinter der Theke sah er einen Engel. Hastig fragte er ihn: ‚Was verkaufen Sie, mein Herr?’ Der Engel gab ihm freundlich zur Antwort: ‚Alles, was Sie wollen.’ Der junge Mann sagte: ‚Dann hätte ich gerne: das Ende der Kriege in aller Welt, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Ausbildungsplätze für Jugendliche, mehr Zeit der Eltern, um mit den Kindern zu spielen, und, und … ’ Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte: ‚Entschuldigen Sie junger Mann, wir verkaufen hier keine Früchte, sondern nur den Samen.’

„Wir verkaufen nur den Samen” könnte als Überschrift über dem Konfirmandenunterricht stehen. Ein Jahr lang haben junge Menschen die Gelegenheit, sich mit dem christlichen Glauben und ihren eigenen Vorstellungen von Gott auseinanderzusetzen. Dabei wird etwas in sie hineingelegt, das sich noch weiterentwickeln, das durch die Stürme des Lebens und die glücklichen Momente hindurch wachsen kann.

So heißt eine Frage bei der Konfirmation: „Wollt ihr in diesem Glauben bleiben und wachsen ...?” Die Antwort bedeutet doch nichts anderes als: „Ja, ich möchte mich auf den Weg machen, meine eigenen Erfahrungen mit Gott zu sammeln. Ich möchte ’dranbleiben’, mich weiter mit Fragen des Glaubens auseinandersetzen. Ich möchte so leben, dass es anderen dient, so wie Jesus es vorgelebt hat.” Die Konfirmation ist die Entscheidung zu einem selbstverantworteten Glauben innerhalb der Kirche.

Dass die Jugendlichen längst damit angefangen haben, zeigen Gedanken zu ihrem persönlichen Glauben: „Gott ist immer für mich da, wenn ich ihn brauche. Vor Gott brauche ich mich nicht zu verstellen, er liebt mich so wie ich bin. Es gibt aber auch Sachen in der Bibel, an die ich nicht glaube. Gott ist für mich so etwas wie ein guter Freund. … ”

Für diesen Weg mit Gott könnte der Konfirmationssegen bedeuten: Gott möge deinem Lebensweg Gelingen und Erfüllung schenken und Glück, aber auch Halt in schweren Situationen. Das wünschen wir allen, die in diesem Jahr konfirmiert werden.

Pastorin Barbara Hanzig