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So werden wir von Gott gesehen: "Bunt, geliebt, einmalig!"

Manchmal habe ich den Eindruck: Die Herbstzeit ist die Jahreszeit der Lebensfragen.

Im Ablauf des Kirchenjahres gibt es Phasen der hohen christlichen Feiertage wie Weihnachten, Passion, Ostern und Pfingsten. Sie werden auch durch die entsprechenden farbigen Paramente im  Kirchraum gestaltet. Und es gibt die weitgehend Fest-lose Zeit nach Trinitatis, in der wochenlang das gleiche Grün den Altarraum schmückt.

Doch so unscheinbar die dunklen, trüben Herbstmonate auf den ersten Blick daherkommen,

sie sind es nicht. Auch in den Monaten Oktober/November bringen uns drei kirchliche Feste den Blick Gottes  auf uns Menschen auf eine – wie ich finde – sehr sympathische Weise nahe.

Da ist zunächst der Erntedanktag Anfang Oktober, der uns Gottes Schöpfungshandeln in der Welt  vermittelt. In beiden Schöpfungsberichten (1. Mose 1-2) werden die Menschen und die Lebewesen  geschaffen, durch die unsere Welt bunt und vielfältig wird. Sogar wir Menschen lassen uns nicht auf eine einzige Wesensart reduzieren. Gerade die Verschiedenheit kommentierte Gott mit den Worten:  "Es war sehr gut!“ Kurz darauf (1. Mose 9,13) erklärte Gott den farbigen Regenbogen zu einem  Zeichen der Verbindung zwischen sich und uns Menschen.

Ende des Monats feiern evangelische Christinnen und Christen dann am 31.10. den Reformationstag.  mit diesem Fest erinnern wir uns an die 95 Thesen gegen den Ablasshandel, die Martin Luther 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen hatte. Gegen eine Zeit des Angstmachens läutete er damit die Reformation der christlichen Kirche ein. Denn Luther hatte erkannt, dass sich Gottes  Botschaft nicht trennen lässt von seiner Liebe zu uns Menschen. Daher wird auch der Altarraum dieses Kirchfestes rot geschmückt, so wie Pfingsten, am Geburtstag der Kirche. Im „Gleichnis vom  verlorenen Sohn“ (Lukas 15, 11-32) beschrieb Jesus diese Liebe Gottes zu uns Menschen  exemplarisch: Sie lässt uns genug Freiraum für Fehler und dennoch bleibt sie verlässlich. Von Gott sind und bleiben wir geliebt! Am 21. November folgt dann als Ende des Kirchenjahres der sogenannte Ewigkeitssonntag. Mit diesem Tag verbindet sich die Tradition, dass die Namen der Verstorbenen des zurückliegenden Jahres noch einmal im Gottesdienst verlesen werden, denn jeder und jede Einzelne  zählt.

Dies spiegelt auch Jesu Begegnung mit einer Frau, die seit 12 Jahren an Blutungen litt (Lukas 8, 43-48) wieder. Obwohl er gerade auf dem Weg ist, einem sterbenden Mädchen zu helfen, nimmt Jesus sich auch Zeit für die Frau, die ihn angerührt hat. Er schenkt ihr Heilung und Frieden, damit sie in eine lichte helle Zukunft gehen kann. Entsprechend ist der Kirchraum weiß geschmückt. Lassen Sie sich also auch in der nasskalten, dunklen Jahreszeit nicht Ihre Freude vermiesen oder sich Ihre  Zuversicht nehmen. Schließlich erhalten wir immer wieder aufmunternde, hoffnungsvolle Botschaften von Gott, die uns auch durch schwierige Zeiten hindurchtragen können.

Pastorin Martina Dittkrist

Predigten und Texte zum Nachlesen oder Nachhören

Hier finden Sie Predigten aus unseren Kirchen und Texte aus „Auf ein Wort”, die Sie in Ruhe nachlesen können.

Die Predigttexte sind allein schriftliche Hilfen für die lebendig – also mündlich predigenden PastorInnen: Es gilt das gesprochene Wort. Diese Unterlagen sollen für die Predigthörer Stichworte zur Erinnerung liefern. Ausschnitte dürfen also nicht als Predigtzitate genutzt werden, weil die Predigt möglicherweise in einzelnen Bereichen anders gehalten wurde.