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Jesuns Christus spricht: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen" (Jahreslosung 2022 - Johannes 6.37

Das klingt ja sehr freundlich, hat es aber in sich. Wer wird schon gerne abgewiesen? Wenn wir auf  jemanden zugehen, dann haben wir normalerweise ein bestimmtes Anliegen. Wir bringen uns aber  auch immer selbst mit. Die im StandardSprech verfasste Absage bei einer Bewerbung oder eine Abfuhr bei einem Flirtversuch

– da geht es eben nicht nur um die Sache selbst, sondern oft fühlen wir  uns auch als Person nicht ernst genommen, abgelehnt. Bei wichtigen Lebensthemen brauchen wir aber die Erfahrung, dass wir nicht abgewiesen werden.

Warum aber sollte jemand zu Jesus kommen? Was hat ein postmoderner Mensch davon? Bevor wir diese Frage anschauen können, sollten wir uns eines klar machen: Die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt einen Sinn macht, zu Jesus zu kommen, ist die Auferstehung Jesu. Kaum zu glauben – und doch ist genau das die UrErfahrung des christlichen Glaubens. Er lebt. So bezeugen es die neutestamentlichen Schriften und so haben es unzählige Menschen seitdem erfahren. Wer zu Jesus kommt, kommt nicht zu einem Toten. Das hätte auch wenig Charme, denn dann würde man ja allenfalls einer Lehre oder einem Glaubenssystem begegnen. Davon gibt es aber wirklich schon genug auf der Welt.

Meine tiefe Überzeugung ist: Wer zu Jesus kommt, begegnet einer lebendigen Person. Jesus kann zuhören und reden, Mut machen und Anteil nehmen, heilen und vergeben. Jesus kann uns herausfordern, wachrütteln und Angst nehmen. Selbstverständlich klingt all das für unsere aufgeklärten Ohren nicht naheliegend. Natürlich ist es ein Wagnis, sich glaubend und vertrauensvoll auf Jesus einzulassen. Und sicher fällt das niemandem leicht. Um „leicht“ geht es aber auch nicht im christlichen Glauben. Wenn Jesus sagt: „Kommt zu mir!“, dann ist das eine Zumutung und eine Verheißung zugleich. Was haben wir nun davon? Unser Vers gehört in einen bestimmten Zusammenhang. Am Tag zuvor waren die vielen Menschen, die zu Jesus gekommen waren, von nur 5 Broten und zwei Fischen satt geworden. Ein überwältigendes Erlebnis! Satt werden – das wollten sie gerne immer so haben. Jesus versuchte dann, die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass es im Leben noch Wichtigeres gibt als Essen und Trinken. Er spricht von einem Hunger, der noch tiefer sitzt als das Knurren im Magen: dem Hunger nach echtem, erfülltem Leben. Leben, das sinnerfüllt ist und nicht einmal durch den Tod in die Bedeutungslosigkeit gerissen wird.

Wer sich nach solchem Leben sehnt, dem sagt Jesus, wo die Nahrung dafür zu finden ist: „ICH BIN* das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein.“ Das ist die Verheißung. Die Zumutung ist, solches Leben bei Jesus zu suchen. Nicht nur, dass unsere Zweifel im Weg stehen. Manchmal gibt es da ein noch viel größeres Hindernis: Unsere Angst, dass wir zurückgewiesen
werden. Die Angst, dass wir nicht genügen, nicht annehmbar sind, ist so alt wie die Vorstellung von Gott selbst. Ich möchte Sie ermutigen, es gegen diese Stimmen dennoch zu wagen: Komm zu Jesus! Ein ganz einfaches Gebet, ein kleines bisschen Hoffnung und Vertrauen reichen aus. Das Leben ist dann immer noch oft kompliziert und manchmal sogar leidvoll. Aber es gewinnt eine neue Qualität, denn wir können erfahren: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Pastor Peer Lichtenberg

* Das ist der Name, mit dem sich Gott Mose vorstellt (2. Mose 3, 14)

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